Antrag auf Akteneinsicht landet nach unnötigen Umwegen im Kompromiss
2026-02-18 - 05:36
Deal mit Delay Das Forschungsteam der Uni Zürich wollte Einsicht in Akten aus dem Erzbistum Vaduz. Nach rund sechs Monaten legt Apostolischer Administrator Benno Elbs nun einen Kompromiss hin: Kopien der Personalakten jener Priester, die zustimmen, gehen ans Bistum Chur, wo die Forschenden Zugriff erhalten. Data-Protection-Drama Zuerst blockte Vaduz wegen angeblicher Datenschutz-Issues. Die Datenschutzstelle Liechtenstein konterte umgehend: Es gäbe sehr wohl Möglichkeiten, „ohne sich strafbar zu machen“. Beispiele aus DSGVO-Ländern zeigen, dass Studien mit Priesterakten auch „sogar ohne Einwilligung“ möglich sind – bei überwiegendem Forschungsinteresse und Anonymisierung. Akten auf Tour Nach Fehlspur über angeblich „gestohlene“ Akten und Klärung durch eine päpstliche Bulle von 1997 gehen die Dossiers jetzt doch nach Chur – aber nur mit Consent. Sechs von sieben noch lebenden Priestern haben laut Bericht eingewilligt. „Mit dieser Entscheidung wird Vertrauen aufgebaut. Schade nur, dass nicht alle Betroffenen an Bord sind.“ Limited Access, offene Fragen Freigegeben werden nur Akten vor Dezember 1997; Vorgänge im Erzbistum Vaduz bleiben hidden. Trotz „richtigen Signals“ bleibt offen, warum Vaduz keine Full-Transparency fährt, sich weder der Schweizer Studie anschliesst noch eine eigene aufsetzt – und den „grossen Wurf“ einem zukünftigen Erzbischof überlässt. Zum Originalartikel