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ASV-Mitarbeiter trickst sein Auto easy durch die Fahrzeugpruefung

2026-01-29 - 05:33

Background-Story Ein Ex-Abteilungsleiter vom Amt für Strassenverkehr in Liechtenstein hat im Juni 2024 den Check für seinen vierjährigen BMW im System auf «bestanden» gesetzt – obwohl keine offizielle Prüfung lief. Grund: eine erneut anstehende Fahrlehrer-Abschlussprüfung, bei Nichtbestehen wären 35’000 Franken Ausbildungskosten fällig geworden. Fahrzeugprüfung war Pflicht für den Exam-Success. Stresslevel und Self-Check Vor Gericht plädierte der Mann auf nicht schuldig und erklärte: «Ich befand mich im emotionalen Stress.» Scheidung, mieses Arbeitsklima, Krankheitsausfälle im Team. Gemäss internen Rules dürfen Mitarbeitende ihr Auto nicht selber prüfen, zuständig wäre er als Chef gewesen. Weil Stellvertreter und andere Leute ausfielen, habe er sein Auto selber gecheckt, keine Mängel gesehen und die Prüfung im System als bestanden markiert. «Mir ging es nicht darum, den Staat zu hintergehen.» Investigation und Court-Drama Ungereimtheiten fielen Kolleginnen auf, es kam zum Talk mit dem Amtsleiter, später wurde der BMW offiziell geprüft – ohne Beanstandung. Der Staatsanwalt sprach dennoch von Amtsmissbrauch und sah eine «gewisse Neidkultur». Problem: kein Videobeweis für eine echte Prüfung, der BMW tauchte in der Halle nicht auf. Das Gericht wertete: «Die einfachste Erklärung ist, dass sie gar nicht in die Halle gefahren sind.» Verdikt und Aftermath Trotz 17 Jahren Clean-Record und Verständnis für die Stress-Situation verurteilte das Kriminalgericht den Mann wegen Missbrauchs der Amtsgewalt zu einem Jahr Freiheitsstrafe, bedingt auf zwei Jahre Probezeit. Strafrahmen: bis zu fünf Jahre. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Verteidigung denkt über Berufung nach. Privat läuft es wieder stabil: Er arbeitet seit August als stellvertretender Abteilungsleiter im Strassenverkehrsamt Thurgau und erklärte: «Meine Vorgesetzten wissen von diesem Verfahren. Ich habe das bewusst schon vor der Anstellung kommuniziert.» Zum Originalartikel

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