Büttenrede in Triesenberg: Bi de Waala kriegt jede voll die Quittig ab
2026-02-02 - 17:37
Comeback-Event mit Legende Der Unterhaltungsabend der Narrenzunft Triesenberg ging 2026 in die zweite Runde – ursprünglich als One-Time-Only zum 50-Jahr-Jubiläum geplant, dann aber laut Bericht wegen starkem Lob und einem Vorsteher, der «fast schon gebettelt» habe, reanimiert. Rund 330 Gäste füllten den Gemeindesaal, das 3-Gänge-Setup war ausverkauft. Comedy-Headliner Peach Weber Der Vereinspräsident kündigte ihn als «der dienstälteste Schweizer Komiker, die lebende Legende und Weltrekordhalter» an. Peach Weber lieferte 45 Minuten lang Jokes, Songs und Gedichte. Eigenkritisch meinte er: «Manchmal frage ich mich selbst, was für einen Seich ich da vorlese.» Mit schwarzem, «alles andere als jugendfreien» Humor empfahl er «sensiblen Gemütern» den Exit. Ein lokaler Witz sorgte für einen der lautesten Lacher: «Eine Frau hatte so Angst vor der hohen Stromrechnung, dass sie vom Vibrator wieder auf ihren Mann umgestiegen ist.» Sein Nachhaltigkeits-Gag: ÖV statt Auto – «seit zwei Monaten habe sein Auto die Garage nicht mehr verlassen.» Hits, Abschied und Last Shows Das Publikum vibte zu Klassikern wie «Öberall heds Pilzli draa». Im Hawaiihemd kam Weber für eine Zugabe mit «Nachem Räägne» zurück. Der Triesenberg-Gig zählt zu den letzten Chancen, ihn «noch mehr oder weniger lebend zu sehen» – am 15. Oktober 2027 tritt er zu seinem 75. Geburtstag letztmals im ausverkauften Zürcher Hallenstadion auf. Polit-Roast von «Kussi» Beck Büttenredner Markus «Kussi» Beck stellte klar, Peach sei nur die «Vorband». Die neue Regierung habe es ihm schwer gemacht und ihm durch «nüd tua» wenig Material geliefert. Sein politischer Take: «Äns ischt doch albi ds gliicha i dr Politii, finda ich. Zerscht bruchensch mee als äs Jaar bis schi sich igfunda händ i allna Thema zum endlich vorwärts macha, aber de muassen schi sich schon für die neschta Wala parat macha.» Die Message: «Äns find ich äba super, inra Demokratie chond alle bi da Waala d’Quittig uber.» Spital, Casino und «heissa Scheiss» Als Beispiel für Stillstand nannte Beck nationale Bauprojekte. Während in Triesenberg beim Sportplatz und Feuerwehrdepot Tempo herrsche, «murksen» die «Schildbürger im Tal» seit über 20 Jahren am Landesspital. Kritik: Es müsse nicht alles in Vaduz entstehen, nur «will äni am meista Gäld gänd». Sein edgy Vorschlag: Umzug des Spitals ins goldige Casino-Gebäude in Schaan – «Sus cha ma äns fänschterlosa Gebäude ja nuno als Bordäll benutza», dann wäre «ds Spitalpuff wer glöst, äns ischt doch heissa Scheiss.» Mehr Fronten, mehr Punchlines Neben der Regierung bekamen Parteien, die «Bärger» Feuerwehr und die Wirtinnen der Pfälzerhütte ihr Fett weg. Dort seien nur «stille Männer» und «Sitzpinkler» willkommen – ausser dienstags und in den Herbstferien, «dött bruchensch frei». Mit dieser Roast-Rede bot «Kussi» dem Topact Weber laut Bericht klar Paroli; die Seitenhiebe trafen den Geschmack des Saals. Magic, Party-Mode und Zukunftsfrage Zwischen den Comedy-Sets sorgte Zauberer Danini mit Tricks, Illusionen und Mindgames für Extra-Entertainment. Nach dem Dreigänger übernahmen Partyband Väh-Hüater, Fasnachtsband 7Up und DJ Floki das musikalische Line-up. Dritte Edition in der Pipeline? «Vorsteher Chrigel» soll erneut Gefallen am Event gefunden haben. Ob eine dritte Ausgabe kommt, bleibt offen. «Än bizi än höhere Gmeindsbeitrag» könnte laut Beck helfen. Die Narrenzunft zeigte sich trotzdem zufrieden und bedankte sich für das neue «Daheimät» im Kontaktgebäude Obergufer, das von der Gemeinde Triesenberg zur Verfügung gestellt wurde. Zum Originalartikel