Die Sammlung bleibt lebendig und bleibt flexibel
2026-02-12 - 05:38
Art-Vibes im Pfarrhof Im Alten Pfarrhof Balzers läuft mit «Gathering / Aasammleg» ein ziemlich hybrid angelegtes Ausstellungsprojekt von Martina Morger. Ihre eigenen Pieces treffen dort auf Stuff aus der Balzner Kulturgütersammlung – vom Schaukelpferd über einen Kinosessel bis zum hölzernen Glücksrad. Morger beschreibt ihre Methode klar: «Assemblage, also die Kombination von vorgefundenen Materialien, Objekten und Fragmenten, ist seit Beginn meines Kunstschaffens fester Teil meiner Praxis.» Weiter denkt sie den Begriff sozial: «Die Ausstellung erkennt Sammlung also nicht nur als Ordnungssystem und Kulturerhalt, sondern Assemblage als soziale Praxis». Sammeln, aber make it deep Die Show zoomt in drei Themenbereiche: «Aufbewahren / Tragen / Fürsorge / Bewahren», «Gemeinschaft / Feiern / Gastfreundschaft / Teilen» und «Licht / Feuer / Warnung / Kraft». Im grünen Room stehen Tragbehälter, Hufeisen und Brandeisen sortiert auf unterschiedlich hohen Sockeln, das Ganze clean kuratiert. Morger erklärt zum Setting: «Die Säule als Displays, die die Raumfarben spiegeln, die Objekte zentriert versammelt, erinnern an andere Versammlungen.» Pfarrhof-Leiter Markus Burgmeier kontert Trash-Talk über Kulturgut deutlich: «Mit dieser Ausstellung möchten wir aber einmal mehr das Verständnis für eine solche Sammlung wecken und fördern [...] Es ist sozusagen das gegenständliche Gedächtnis vor Gemeinde Balzers». Berlin-Input und Soundscape Im Gewölbekeller ballern zwei Works aus Morgers Berlin-Stipendium. Die Klanginstallation «Predetermined Life of A Big Eyes Loving Human 2025» mixt Balzner Sturmholz mit einem hundertjährigen Familienkinderbett. Das Holz sei mit Insektenschutzfarbe behandelt, «nicht, um die Insekten fernzuhalten, sondern um einen gescheiterten Versuch einer Konservation zu suggerieren». Dazu läuft «Lullaby for Lime», ein Wiegenlied für eine Berliner Linde, die laut Morger «repräsentativ für die ganzen Stadtbäume» steht und als «einen stillen Protagonisten des Alltags: widerständig, belastet, unermüdlich reinigend» beschrieben wird. Live-Programm und Story-Modus Innerhalb der Installationen verstecken sich als «Kuckucks-Ei» einzelne Kunstobjekte der Künstlerin – «Wir könnten diese auch als Bilderrätsel beschreiben.» Parallel gibt es ein Rahmenprogramm: Am 22. Februar führt Markus Burgmeier durch die Kulturgütersammlung, am 24. Februar hosten Martina Morger und Antonella Barone eine dialogische Führung, am 8. März läuft eine spielerische Schreibwerkstatt rund um Objekte und ihre Stories. Für Morger bleibt das Core-Statement: «Ein Archiv, eine Sammlung soll leben und agil bleiben». Zum Originalartikel