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Lange weggeschoben, aber komplett basic

2026-01-30 - 05:38

Kunstmarkt als Hidden Player Der Kunsthistoriker Stephan Koja macht klar, dass der Markt massiv in die Kunstgeschichte reinspielt. „Kunsthändler definieren Renommee, setzen Namen und sind massgeblich an der Kanonbildung beteiligt.“ Tools, die heute als ultra-wissenschaftlich gelten – wie der „Catalogue raisonné“ oder monografische Ausstellungen – stammen laut Koja ursprünglich von Kunsthändlern: „Es ist äusserst spannend zu sehen, dass jener Markt, den die Kunstgeschichte lange ignoriert hat, letztlich die Grundlagen für ihre eigene wissenschaftliche Arbeit geliefert hat.“ Fürstliche Sammlung: Heritage mit Investment-Vibe Erbprinz Alois beschreibt die Fürstlichen Sammlungen primär als „gelebtes Erbe“, aber mit Business-Mindset: Preise wurden stets hart verhandelt, Werke auch verkauft – „teils, weil sie nicht mehr den Vorlieben entsprachen, teils aus finanzieller Notwendigkeit“. So bleibe die Sammlung bis heute „ein bedeutender Bestandteil des fürstlichen Vermögens“. Deep Research und High-End Leihgaben Durch den Research zur Ausstellung habe der Erbprinz „sehr viel Neues gelernt“. Koja betont den Mix aus eigenen Beständen und gezielten Leihgaben, etwa den drei antiken Venus-Torsi oder dem „Werkstattbuch von Neri di Bicci“, das als Kombi aus Rechnungsbuch und Tagebuch minutiös Workflows, Materialien und Preise dokumentiert. Zum Originalartikel

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