Plötzlicher Wechsel bei der Schuldenberatung lässt viele Fragezeichen zurück
2026-02-23 - 05:35
Switch im Schulden-Game Die BSB Hand in Hand Stiftung war rund zehn Jahre lang die einzige Budget- und Schuldenberatung im Land. Jetzt droppt das Ministerium für Gesellschaft und Justiz den Move: Ab 1. Juli 2026 übernimmt Caritas Liechtenstein diesen Job – zuerst ohne klare Begründung. Contract Trouble und Zahlen-Clash Basis der Zusammenarbeit war eine Leistungsvereinbarung, die 2022 wegen Privatkonkurs-Gesetzesänderung eingeführt wurde. Laut Ministerium war die BSB damals «die richtige Partnerin, weil die entsprechende Expertise bei der privaten Anbieterin vorhanden war». Danach kam es jedoch zu «unterschiedliche[n] Auffassungen hinsichtlich Auswirkung der Fallzahlen betreffend Privatkonkurs und des zustehenden Landesbeitrages». Money, aber nicht nur Money Beim Neuverhandeln gingen die Views so auseinander, dass die unbefristete Vereinbarung gekillt wurde. «Es spielten vor allem Auffassungsunterschiede eine Rolle, wie die Zahlen zu interpretieren und dementsprechend die Leistungsvereinbarung auszugestalten ist.» Und weiter: «Finanzielle Aspekte waren dabei logischerweise ein Teil der Betrachtung, gaben aber nicht den Hauptausschlag für die Suche nach einer neuen Lösung.» New Deal mit Caritas Caritas erhält einen Landesbeitrag von 360 000 Franken jährlich und bringt keinen Eigenanteil. BSB hatte rund 250 000 Franken pro Jahr zur Hälfte selbst gestemmt. BSB macht via befristeter Vereinbarung noch Übergangsservice, informiert die Klientel und bereitet den nahtlosen Switch vor. Später Dank fürs Decade-Work Auf die fehlende Wertschätzung in der ersten Mitteilung reagiert das Ministerium nachträglich: «Den Mitarbeitenden und auch der Stiftung gebührt für die geleistete Arbeit der letzten zehn Jahre ein grosser Dank.» Die Mitarbeitenden hätten wesentlich dazu beigetragen, zu sensibilisieren, aufzuklären und vielen Menschen geholfen, aus der Schuldenfalle zu kommen. Zum Originalartikel