Staat plant Safe-Pflicht für Waffenbesitzer
2026-02-05 - 16:08
Trigger-Event Nach dem Amoklauf in einem Grazer Gymnasium im Juni 2025, bei dem ein 21-Jähriger mit legalen Waffen zehn Menschen tötete, startet in Liechtenstein ein politischer Reality-Check zur inneren Sicherheit. Die FBP kickt im Juli eine Interpellation, die Regierung liefert jetzt die Antwort: ein Snapshot einer Gesellschaft, die beim Waffenbesitz massiv hochskaliert. Waffen-Boom und Checks Ende 2025 sind fast 12’000 Waffen, Teile und Zubehör im Land registriert. Die Kaufbewilligungen springen in zehn Jahren von 131 (2015) auf 381 (2025). In den letzten fünf Jahren werden 19 Gesuche abgelehnt – wegen „gewalttätiger oder gemeingefährlicher Gesinnung“, „rassistischer Tendenzen“, Suchterkrankungen oder Selbstgefährdung. Eine Obergrenze für Waffen existiert nicht. Verbotene Waffen und Carry-Limit 451 verbotene Waffen – etwa Seriefeuerwaffen, Schalldämpfer und High-Capacity-Gewehre – sind dank Ausnahmen legal, primär für Sammler mit „wissenschaftlichem oder historischem Interesse“ und Sportschützen im internationalen Wettkampf. Selbstverteidigung ist als Grund out. 164 Waffentragbewilligungen gelten aktuell, alle fürs Sicherheitspersonal, null für Privatpersonen. Storage-Problem und Law-Update Das Gesetz verlangt „sichere Aufbewahrung“, definiert sie aber nicht. Hauskontrollen zeigen „regelmässig Verstösse“. Die Regierung plant eine Revision mit Pflicht zu zertifizierten Tresoren, um Kids, Einbrechern und Co. den Zugriff zu blocken. Psyche-Checks und Datenabfrage Nach österreichischem Vorbild denkt die Regierung über psychologische Gutachten für U25 nach, warnt aber vor einem Ausweichen in die Schweiz wegen gegenseitiger Anerkennung der Erwerbsscheine. Geprüft werden soll auch eine automatische Abfrage von Gesundheitsdaten beim Amt für Soziale Dienste, um psychische Erkrankungen oder Suchtprobleme früher zu flaggen. Amok-Szenario und Preparedness-Gap Die Landespolizei hat seit den Terroranschlägen ihre Taktik geupdatet: Streifen mit schweren Schutzwesten, Helmen, Maschinenpistolen, Training für „lebensbedrohliche Einsatzlagen“ (LEBEL), Fokus auf sofortige Neutralisierung. Schulen arbeiten mit „Krisenkompass“, üben Evakuierungen und Barrikaden im Classroom. Für die Landesverwaltung existiert hingegen kein spezifischer Notfallplan, keine Amok-Drills. Dieses Defizit wird von der Regierung explizit eingeräumt und eine Nachbesserung angekündigt. Zum Originalartikel