Weg aus der digitalen Abhaengigkeit laeuft ueber staatliche Auftraege
2026-01-27 - 23:03
Big Tech Dependency-Vibe Im Auditorium der Uni Liechtenstein nutzten alle Gäste Android oder iOS – laut Campus-Gespräch ein klares Signal, wie stark Europa an Amazon, Microsoft und Google hängt. Wird dort «der Stecker gezogen», sei man direkt lost. Als Beispiel galt der Fall vom Mai 2025: Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs konnte nach US-Sanktionen durch Donald Trump nicht mehr auf sein E-Mail-Konto zugreifen, die Sperrung erfolgte mutmasslich durch Microsoft – denselben Anbieter wie in der liechtensteinischen Landesverwaltung. US-Strategie und Wake-up-Call Harald Wehnes, Professor an der Uni Würzburg, erklärte, die US-Regierung wolle ihre Tech-Giganten «in eine monopolartige Marktposition bringen und europäische Abhängigkeiten zu zementieren». Digitaler Selbstschutz starte mit Awareness: «Eigentlich müssten wir Trump dafür danken, dass er uns wachgeküsst hat.» Open Source als Gamechanger Wehnes bezeichnete das öffentliche Auftragswesen als «den wirksamste[n] Hebel». Kritische IT solle nicht an US-Konzerne gehen, sondern an eigene Open-Source-Software: «Es gibt alternative Lösungen aus Europa, welche dieselben Funktionen haben und in gewissen Bereichen sogar besser sind.» Der Internationale Strafgerichtshof wechselte bereits zu einem deutschen Open-Source-Paket. Wehnes: «Zum Wohle unserer Kinder und Enkel müssen wir diesen Schritt hin zu digitaler Souveränität jetzt machen» – sonst werde es teurer: «Je länger wir warten, desto teuer wird es.» Zum Originalartikel