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Wie Europa den grossen Umbruch mitgestalten kann

2026-01-29 - 22:04

Big Picture: «Zeitenwende» im Reality-Check Am Liechtenstein-Institut lief der dritte Part der Reihe «Zeitenwende» mit Ex-Regierungschef Daniel Risch und Ökonom Andreas Peichl. Als Entry-Drop diente das Merz-Zitat vom WEF: «Dieser Welt sind wir nicht ausgeliefert. Wir können sie gestalten». Risch sieht darin ein Credo für politisches Handeln auf allen Levels. Europa: Kein Big Boss, aber viele Player Diskutiert wurde die Rolle Europas zwischen Trump, Ukrainekrieg und KI. Risch stellte die Frage: Was ist Europa überhaupt? Geografisch allein gehe das nicht. Mit Blick auf Henry Kissingers Spruch «Wen ruft man an, wenn man die EU anruft?» betonte Risch: «Ich finde es super, dass es nicht den einen Chef gibt.» Verbunden seien Geschichte, Werte, Wirtschaft – jetzt im Modewort «Zeitenwende» von Olaf Scholz. Macht, Strategie und «Kleinheit» Für Risch ist bei Scholz zentral: «Im Kern geht es um die Frage, ob Macht das Recht brechen darf.» Europa müsse bei Überalterung und geopolitischem Druck selbstbewusst werden: «Europa muss sich auf die eigenen Zentren konzentrieren.» «Kleinheit kann dabei ein Vorteil sein.» Wirtschafts-Update und Liechtenstein-Vibe Peichl sah bei Deutschland und Europa Issues wie steigende Staatsausgaben, sinkende Investitionen und forderte mehr Work-Incentives, weniger Bürokratie und bessere Steuerung der Ausgaben. Handelsbeziehungen könnten wegbrechen, «Doch dafür kommen immer wieder neue Chancen auf.» Strategisch wichtig seien lokale Produktionen etwa bei Computerchips. Risch zeigte sich überzeugt, dass Liechtenstein im globalen Biz mithalten kann: «Wir werden nie mit Grösse, sondern nur mit Exzellenz an der Spitze überzeugen können.» Als Kleinstaat müsse es verhindern, beim EU-Powerplay vergessen zu gehen. Peichl unterstrich den Need für gemeinsamen europäischen Auftritt: «Ich hoffe darauf, dass wir alle an einem gleichen Strang ziehen.» Zum Originalartikel

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