TheLiechtensteinTime

Wir hatten das Gefühl, dass es keinen Ausweg mehr gibt

2026-01-28 - 05:33

Gedenktag mit Reality-Check In der Aula des Liechtensteinischen Gymnasiums lief zum Holocaust-Gedenktag kein Nostalgie-Event, sondern ein ziemlich ernstes Reality-Update. Moderatorin Christiani Wetter setzte den Frame mit: «Das Vergangene prägt die Geschichte von morgen und gibt uns auch die Verantwortung, wie wir die Gegenwart, aber auch die Zukunft gestalten.» Herzstück: ein Generationen-Talk zwischen Holocaust-Überlebendem Ivan Lefkovits und zwei Schülerinnen. Political Message und Verantwortung Bandi Koeck, Präsident der Liechtensteiner Freunde von Yad Vashem, setzte klare Statements: «Dieser Gedenktag ist mehr als nur Erinnerung. Er ist ein Prüfstein für die Gegenwart.» «Nie wieder» sei kein Slogan, sondern ein Auftrag. Antisemitismus-Boost im Kontext Nahost-Konflikt wird mit Sorge gesehen, der Kampf dagegen sei kein «moralisches Ritual, sondern eine Frage der politischen Entschlossenheit». Sabine Monauni erinnerte: «Der Holocaust-Gedenktag erinnert uns an ein beispielloses Verbrechen gegen die Menschlichkeit» und betonte, Liechtenstein stand «nicht ausserhalb der Geschichte». Ihr Key-Satz: «Nur wer bereit ist, hinzuschauen, kann lernen und verantwortlich handeln.» Überleben, Trauma und Comeback Ivan Lefkovits machte die History persönlich: «Das, was ich Ihnen heute erzählen werde, ist nicht der Holocaust. Es ist meine Geschichte.» Deportation als Kind, Verlust des Bruders, Todesmarsch, Leichenberge in Bergen-Belsen – «Wir hatten das Gefühl, dass es kein Entrinnen gibt» und «Links und rechts neben den Baracken türmten sich Leichenberge. Wir dachten, wir überleben hier keine wenigen Stunden.» Nach der Befreiung folgte sein persönlicher Glow-up-Moment in der Schule: «Ich stand damals an der Tafel und hatte das erste Mal in meinem Leben Kreide in der Hand.» Der Switch vom KZ-Kind zum Schul-Pro: «Ich ging sogar mit ihr schlafen. Sie war für mich ein Symbol des Erfolgs.» Zum Originalartikel

Share this post: